SCHEICH IBRAHIM, BRUDER JIHAD

Ibrahim Stadttotale

Der deutsche Dokumentarfilm im Auftrieb
von Dieter Wieczorek

Eine auffällig starke Präsenz deutscher Filme kennzeichnete das diesjährige »Visions du Réel«, eines der wichtigsten europäischen Dokumentarfilmfestivals. Neben dem von der Jury ausgezeichneten Werk Ein Brief aus Deutschland von Sebastian Mez wurde ebenfalls Andres Rump fürScheich Ibrahim, Bruder Jihad eine Mention der »Prix du Jury interreligieux« zugesprochen. Das hier in internationaler Premiere gezeigte Werk porträtiert die Freundschaft zweier Männer, die eigentlich Welten trennt. Der eine lebt isoliert und ohne Strom in einem abgeschiedenen katholischen Kloster in den Hügeln der syrischen Wüste, der andere als Sufi-Scheich einer Moschee vorstehend in Damaskus, hinreichend in Beschlag genommen von den täglichen Anforderungen seiner Religionsgemeinschaft. Die gegenseitige Wertschätzung dieser Männer, über deren Genese wir leider nur wenig erfahren, macht diese Begegnung zwischen den Konfessionen möglich, wichtig genug in Zeiten wiederkehrender mittelalterlicher Religionskriege.
Rump unterschlägt keineswegs die Schwierigkeiten mit denen sich gerade hohe Würdenträger konfrontiert sehen, reisen sie zu »unangemessenen« Orten. Doch Ihrahim und Jihad sind glücklicherweise zu unbedeutend, um sich einem allzu strengenden Reglement unterwerfen zu müssen. In Anekdoten scherzen sie gar über die Ungereimtheiten ihrer eigenen Religionen, wie die Anhäufung irdischer Reichtümer in den Händen der Religionsführer.
Rumps Film ist ebenso Suche nach Gründen und Ursprüngen privater Religiosität wie Spurensicherung der Kommunizier- barkeit des Glaubens. Seine Arbeitsweise ist dezent, er fragt weder nach allzu Privatem noch persönlichen Statements, beschränkt sich schlicht auf die Beobachtung diese außergewöhnlichen Freundschaft. …

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SUIVRE FLAUBERT – FLAUBERT FOLGEN

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„Das Haus, es steht noch und auch die 3 Buchten scheinen so, wie vor 170 Jahren. Eine Landschaft, die sich seitdem kaum verändert hat, Menschen, die wahrhaftig Nachfahren ihrer Ahnen sind. Auf den Spuren des Schriftstellers Gustav Flaubert und mit den Worten des Dichters findet Andres Rump das Gestern im Heute, das Heute im Gestern und die Poesie der Stille und Langsamkeit, die uns ein konventioneller gemachter Film so nicht erschlossen hätte. Der Querdenkerpreis 2010 geht an: Suivre Flaubert, Flaubert folgen – wir folgten ihm gern.“

aus www.blicke.org/preistraeger/2010.html »

 

URBAN STATEMENTS – BORSIGPLATZ

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aus Bernd Schäfer: Containern in der Nordstadt,
taz, 30.11.2004:

„Ein Porträt von jungen Menschen, die sich dem Konsum verweigern {…} Zu ihrem Lebensinhalt gehört das „containern“, sie durchsuchen die Mülltonnen der Wegwerfgesellschaft.
Wie {…} Rump erläutert, geschieht dies nicht unbedingt aus der Not heraus. Protagonist Daniel weigere sich einfach, Geld auszugeben. Sein Vorbild sei Schriftsteller Michael Holzach, der in den 1980er Jahren mit seinem Aussteigerbericht, „Deutschland umsonst – Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohl- standsland“, bekannt wurde. Holzach verstarb 1983 tragisch beim Versuch, seinen Hund aus der Emscher zu retten.“